Schlacht am kalten Buffet-Damit es richtig schmeckt

Es ist immer noch sehr weit verbreitet, seine Meerschweinchen vorwiegend mit Trockenfutter zu ernähren.
Trockenfutter ist perse nicht schlecht, allerdings nicht, wie es so schön auf der Packung steht, als “Alleinfuttermittel” geeignet.

Dies hat verschiedene Gründe. Zum einen ist es meist sehr Getreidehaltig und mit Zucker versetzt, was zu Fettleibigkeit der Tiere führt. Zum anderen ist es relativ schwer verdaulich und belastet das Magen-Darmsystem der Meerschweinchen oft über die Maßen.
Bei Futtersorten die Zucker enthalten (insbesondere die beliebten “Kräcker” und Knabberstangen die es zu kaufen gibt), kommt es dann noch häufiger zu Zahnproblemen.

Es spricht nichts dagegen ab und an ein Näpfchen mit Trockenfutter anzubieten. Insbesondere in Außenhaltung empfiehlt es sich, da die Meerschweinchen dort mehr Energie (ver)brauchen.
Bei meinen eigenen Tieren habe ich es für mich so geregelt, dass es einmal pro Woche einen Napf voll Trockenfutter für alle Tiere gemeinsam gibt (derzeit sind es 10 Meerschweinchen und 5 Kaninchen).

Viel wichtiger und auf dem täglichen Speiseplan unentbehrlich, ist frisches Gemüse. Dies sollte neben Heu täglich in außenreichender Menge und Vielfalt angeboten werden. Sehr beliebt sind zB Paprika, Salatgurke, Möhre, Fenchel aber auch Tomaten und Zuccini werden von einigen sehr gerne genommen. Kopfalat ist auch sehr beliebt, kann aber zu Durchfall führen und sollte deswegen nicht täglich oder in zu großen Mengen in den Napf wandern.

Auch beliebt, aber in Maßen zu genießen ist Obst. Äpfel können in Übermaßen zu Durchfall führen. Der Fruchtzucker zB in Banane und Melone, aber ntürlich auch in anderen Sorten, sorgt für Fettleibigkeit und ist schlecht für die Zähne.

Ebenso vorsichtig und auch erst nach sorfältigem anfüttern zu genießen, sind diverse Kohlsorten. Die werden meist sehr gerne gefressen, allerdings verträgt sie nicht jedes Meerschweinchen. Sie wirken sehr stark blähend und können zu starken Bauchschmerzen, sowie Koliken führen. Andererseits ist Kohl, vor allem im Winter der ideale Vitaminkick für die Wutzen. Solange man anfangs nur sehr wenig und nicht jeden Tag Kohl füttert (meine bekommen ihn so im 2 Wochenrythmus), ist er eine gesunde und empfehlenwerte Ergänzung des Speiseplans.

Eine kostengünstige und für fast jeden Verfügbare Futterquelle ist “Wiese”. Wenn man sich etwas einliest, ist man überrascht, was auf einer normalen Wildwiese alles schmackhaft und vor allem gesund für die Meerschweinchen ist. Natürlich gibt es auch für Schweinchen sehr giftige Pflanzen, diese sind aber mit etwas Übung leicht von fressbarem zu unterscheiden. Die Kräuter und Gräser sind unverzichtbar, für eine gesunde Schweinemahlzeit.

Wiese ist das gesündeste und natürlichste Nahrungsmittel für Meerschweinchen, sowie auch Kaninchen. Es sollte natürlich kein englischer Rasen sein, der oft nur wenig Artenvielfalt bietet. Im täglichen Gemisch sollen als Faustregel ca. 5 verschiedene Arten vertreten sein. Klee ist sehr schmackhaft, macht aber leider auch dick, sollte es also nicht im Überfluss geben.
Hier gilt einfach die Devise: Die Mischung machts. Von allem was dabei und schon hat man das ideale Buffet für die Wutzen beisammen.

Eine Gemüse/Obstmischung kann zB so aussehen:

 

 

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Ein weiteres und sehr wichtiges Thema, ist stark kalziumlastige Ernährung. Meerschweinchen neigen leider sehr oft zu Blasengrieß und Blasensteinen. Die werden zu stark kalziumhaltige Nahrungsmittel, wie zB Kohlsorten, aber auch Petersilie verursacht. Natürlich ist Kalzium unheimlich wichtig für die Meerschweinchen, weshalb es nicht sinnvoll wäre kalziumhaltige Nahrungsmittel vollständig zu streichen, aber man darf es auf keinenfall übertreiben um keine gesundheitlichen Schäden zu verursachen.

Bei Meerschweinchen, die in ihrem bisherigen Leben nur mit Trockenfutter und evtl Heu hefüttert wurden, ist ein sorfältiges Anfüttern von frischer Kost unerlässlich. Am Anfang nur wenig geben und immer ein Augen darauf haben, dass es zu keinem Durchfall, oder einer zu starken Aufgasung des Schweinchenbauches kommt.

Auch neue Sorten, müssen zunächst auf ihre Verträglichkeit getestet werden, bevor sie je nachdem häufiger und in größeren Mengen auf dem Speiseplan landen. Zum anfüttern von frischer Wiese eignet sich die verschiedenen Grassorten eher, als Beispielsweise Klee.

Bei uns sieht es im konkreten Beispiel so aus:

Heu und frisches Wasser sind Tag und Nacht immer da.

Morgends gibt es dann Wiese. Für meine aktuell 15 Tiere ca. 1,5 10Liter-Eimer voll. Darin enthalten sind: Verschiedene Gräser- und Kleesorten, Storchenschnabel, Breit-und Spitzwegereich, Zaunwicke, Gänsedistel und natürlich Löwenzahn. Es kommen meist unweigerlich verschiedene Arten hinzu und immer neue Mischungen zustande, das ist auch gut so und sorgt für Abwechslung.

Abends gibt es dann einen Mix wie oben im Bild gezeigt. Bestehends aus unterschiedlichsten Obst- und Gemüsesorten. Als Basis sind hier Möhren immer mit dabei, alles andere variiert nahezu täglich.

Dann gibt es ab und an noch frische Obstbaumzweige zum knabbern. Frische Blätter sind überaus beliebt. Und dann, wie schon erwähnt, pro Woche eine Schale Trockefutter, da meine Schweinchen draußen leben und daher eine höheren Energiebedarf haben als Meerschweinchen die drinnen wohnen.

Es sollte sich hierbei möglichst um zucker- und haferfreies Trockenfutter handeln (im Winter ist Hafer in ganz geringen Mengen akzeptabel, jedoch lange nicht so viel wie in den eischlägigen Supermarkmischungen).

 

Der letzte Bereich dem ich mich zu diesem Thema widmen möchte ist die Wahl des richtigen Wasserspenders.

Handelsübliche Kugeltränken sind immernoch Standart. Jedoch leider nicht immer unbedingt die beste Möglichkeit. Das enge Metallröhrchen mit der Kugel lässt sich nur schwer reinigen. Dort sammeln sich dann gerne Bakterien an.

Auch können die Tiere aus diesen Trinkflaschen immernur sehr kleine Schlückchen trinken, was schon oft zu Nierenproblemen geführt hat. Besser geeignet und meistens billiger sind Näpfe oder schwerere Schüsseln. Dort verschmutzt das Wasser zwar relativ rasch, jedoch enthält selbst ein grob verschmutzter Napf weniger Keime als ein sauber scheinende Trinkflasche.

Ein Kompromiss sind Trinkflaschen die eben keine Kugel enthalten. Mittlerweile gibt es verschiedene Systeme, die gesünder sein sollen für die Tiere. Die geringe Menge an Wasser die aber jeweile abgegeben wird, muss dann mit ausreichend Frischfutter mit hohem Wassergehalt (zb Gurke) ausgeglichen werden.
Täglich gewechselt werden sollte das Wasser in jedem Fall, egal in welchem Behälter es gereicht wird.