Dann klappts auch mit dem Mitbewohner-Die richtige Gruppe

Es gibt mehrere Möglichkeiten eine gut funktionierende Gruppe zusammenzustellen. Jedoch gilt GRUNDSÄTZLICH: Sobald Weibchen ins Spiel kommen, müssen Böckchen auf jedenfall kastriert werden. Auch wenn einige Halter ihrem Tier eine solche OP gerne ersparen möchten, so ist dies jedoch die einzig vernünftige Lösung.

 

Am natürlichsten und nach eigener Erfahrung harmonischsten ist ein HAREM.

Das bedeutet einen Kastraten gesetzt zu mehreren Weibchen. Die Weibchen können unter Umständen auch durch einen Frühkastraten ergänzt werden, da dieser von einem “richtigen Kastrat auch als Weibchen angesehen werden kann.

Der Kastrat ist happy, weil er keine Konkurrenten hat und greift ein, falls die Weiber mal wieder einen Zickenkrieg anfangen.

 

 

Was mich direkt zu einer möglichen, jedoch nicht immer idealen Form der Haltung führt: Reine Weiberclubs

Es kommt nicht selten vor, das 2 oder mehrere Weibchen sich dauerhaft gut vertragen. Jedoch gibt es 2 Gründe, warum ich nicht zur reinen Weibchenhaltung rate.

1.

Gibt es häufiger Streitereien. Oft sind das nur kleine Raufereien, die aber dennoch Stress bei den Meerschweinchen verursachen. Heftige Beißereien sind zwar die Ausnahme, jedoch kommen diese auch am ehesten bei gleichgeschlechtlichen Gruppen vor .

2.

Entwickeln Weibchen erfahrungsgemäß wesentlich häufiger Ovarialzysten (Eierstockszysten), wenn sie ohne einen Kastraten gehalten werden. Dies hat offenbar hormonelle Gründe. Ein Kastrat treibt seine Mädels häufiger brommselnd vor sich her, was vermutlich die Wahrscheinlichkeit einer Zystenbildung verringern kann.

 

Ein Pärchen sollt ihr sein:

Die Paarhaltung ist eine gute Lösung, wenn man nur wenige Meerschweinchen halten möchte und nicht massig Platz zur Verfügung hat (die Mindestmaße sollten jedoch in jedem Falle erfüllt werden). Kastrat und Weibchen harmonisieren oft sehr gut miteinander. Allerdings sind sie weniger spannend zu beobachten, da 2 Tiere sich nach einiger Zeit einfach nicht mehr viel “zu sagen haben”.

 

Explosive Mischung-Reine Böckchenhaltung

Es gibt einzelne Böckchen, die gut mit Geschlechtsgenossen auskommen. Jedoch bleibt es eine brisante Konstellation. Oft geht es eine Zeit lang gut und auf einmal, meist wenn die Tiere erwachsen werden, knallt es im Gehege.  Es kann zu heftigen und zum Teil blutigen Beißereien kommen, die eine Trennung zum Wohle der Tiere unerlässlich machen.
Was noch die meisten Chancen auf Erfolg hat, ist die Zusammensetzung aus einem Böckchen und einem Frühkastraten. Auch kann es VIELLEICHT bei unkastrierten Böckchen eine Hilfe sein, beide zu kastrieren.
Auf jedenfall benötigt man bei dieser Haltungsform viel Platz um sich auszuweichen und immer einen Plan B falls es irgendwann doch nicht mehr klappen sollte.

 

Darf´s eine ganze Mannschaft sein?-Die Großgruppe

Die für Halter sowie Meerschweinchen schönste und spannenste Haltungsform ist eine Großgruppe. Diese Gruppe besteht sowohl aus mehreren Kastraten, als auch Weibchen/Frühkastraten. Damit es weder zwischen den Weibern noch den Kerlen zu Stress kommt, rechnet man pro Kastraten ca. 3 Weibchen.

Man benötigt natürlich viel Platz um einer solchen Truppe genugend Raum zu bieten. Oft ist dies am besten in einem Außengehege möglich, was jedoch auch seine Tücken hat und es einiges zu beachten gilt.
Jedoch: In so einer Truppe ist immer was los. Die Schweinchen zu beobachten kann hier spannender sein als so mancher Fernsehabend. Auch die Schweinchen sind in einem solchen Verband happy, da es viel Abwechslung und Möglichkeiten für unterschiedliche Sozialkontakte gibt. Neben der Haremshaltung ist diese Form meiner Meinung nach die artgerechteste Form der Meerschweinchenhaltung.
Mit dieser Konstellation habe ich auch  “meinen” Weg der Haltung gefunden.